| Gewitter
Was ist ein Gewitter?
Ein Gewitter ist ein lokal begrenztes, mit elektrischen
Entladungen (Blitz) in Cumulonimbus-Wolken oder zwischen Wolke
und Erde einhergehendes Niederschlagsereignis. Sie entstehen
durch rasches Aufsteigen feuchtwarmer Luft und ihrer raschen
Abkühlung. Der Blitz führt zu einem Ladungsausgleich.
Dabei erwärmt sich die Luft im Blitzkanal schlagartig. Die
dadurch erzeugte Druck- oder Stoßwelle breitet sich mit
Schallgeschwindigkeit (330 m/s) aus und ist als Donner
hörbar. Gewitter kündigen sich meist an: Beispielsweise
am frühen Morgen erscheinen Altocumulus-Castellanus-Wolken.
Ihre türmchenförmigen Auswüchse ragen aus
mittelhohen Haufenwolken in etwa 2000 m Höhe.
Was ist ein Blitz?
Blitze sind elektrische Entladungen die zwischen Gebieten
unterschiedlicher Raumladungen in einer Wolke oder zwischen
Wolken und der Erdoberfläche stattfinden. Schlägt ein
Blitz in Leitungen außerhalb eines Gebäudes ein, kann
über das Strom- oder Telefonnetz oder interne Netze im
Gebäude eine Überspannung entstehen.
Blitzarten: Blitzentladungen zwischen Wolke und Erde
werden unterschieden nach der Polarität der zur Erde
transportierten Ladung und der Richtung des Blitzes. Man
unterscheidet zwischen negativem Wolke-Erde-Blitz, positivem
Wolke-Erde-Blitz, negativem Erde-Wolke-Blitz und positivem
Erde-Wolke-Blitz.
Der Kugelblitz, etwas Besonderes?
Üblicherweise werden Kugelblitze im Zusammenhang mit
einem Gewitter beobachtet. Kugelblitze werden als leuchtende
Kugel wahrgenommen und sind in der Regel im Radius zwischen 5 -
30 cm groß. Sie bewegt sich relativ langsam in der
Nähe des Erdbodens und löst sich ohne erkennbaren Grund
auf. Berichten zufolge entladen sich derartige Kugeln auch mit
einer Explosion und lautem Knall. Die Lebensdauer eines
Kugelblitzes liegt zwischen einigen Sekunden und mehreren
Minuten. Die beiden neuseeländischen Wissenschaftler John
Abrahamson und James Dinniss von der University of Canterbury
glauben, eine wissenschaftliche Erklärung für dieses
Phänomen gefunden zu haben: Schlägt ein Blitz in den
Erdboden ein, bilden sich aus einem Gemisch aus Kohlenstoff und
Sand zahllose, nur wenige Millionstel Millimeter große
siliziumhaltige Partikel. Diese Teilchen schließen sich zu
langen, verzweigten Ketten zusammen und schweben als lockere
Gebilde in der Luft. Der Sauerstoff der Luft führt dazu,
dass diese Partikel anfangen zu brennen. Durch die Verbrennung
nimmt die Temperatur des Kugelblitzes zu und die schwebende Kugel
fängt an zu leuchten. Wird die Kugel zu heiß,
schmelzen die Siliziumketten und verbrennen explosionsartig.
Kugelblitze im Freien wären durch diese Vorgänge
erklärbar. Die Erklärung für Kugelblitze ohne das
gleichzeitige Auftreten von Gewittern bleibt jedoch offen. Ebenso
ungeklärt ist die Frage, ob sich Kugelblitze in Räumen
bilden können oder von „draußen nach drinnen
wandern“. In der Regel entstehen durch Kugelblitze keine
Schäden.
Wie entstehen Gewitter und Blitze?
Spannung und elektrisches Feld
Zwischen der Erdoberfläche und der Elektrosphäre bis
in ca. 50 km Höhe, also in der Atmosphäre, existiert
ein permanentes elektrisches Feld mit einer Potenzialdifferenz
von etwa 300.000 V. Der Erdboden bildet dabei den negativen Pol.
In diesem Feld fließt ein Ionenstrom mit einer Stärke
von 1000 A. Weltweit gibt es täglich etwa 45.000 Blitze. Der
größte Teil, etwa 90% der Blitze, zwischen Wolke und
Erde werden in der Wolke initiiert und transportieren negative
Ladung zur Erdoberfläche. Gewitter bauen also diesen
Stromfluss ab.
Spannungsentladung durch Blitz
Das Spannungsfeld zwischen Wolke und Erde mit einigen hundert
Millionen Volt entlädt sich beim Blitz durch einen schnellen
Kurzschluss. Die Luft im Blitzkanal erhitzt sich dabei in
Sekundenbruchteilen auf rund 30.000° C und dehnt sich
explosionsartig aus. Diese Ausdehnung der Luft pflanzt sich in
Form von Schallwellen fort und wird als lauter Donnerknall, oder
in großer Entfernung als dumpfes Donnergrollen,
wahrgenommen.
Das Licht des Blitzes verbreitet sich in der Luft mit 300.000
km/s. (Lichtgeschwindigkeit), die Schallwellen dagegen nur mit
rund 300 m/s. Aus der Zeitdifferenz zwischen der visuellen
Wahrnehmung des Lichtblitzes und des akustischen Donners kann
somit die Distanz des Gewitters berechnet werden: Die Anzahl der
Sekunden zwischen gesehenem Blitz und gehörtem Donner
multipliziert man mit der Schallgeschwindigkeit (300 m/s). Damit
erhält man die geschätzte Distanz zum
Gewitterzentrum.
Blitze, die von der Erde in Richtung Wolke verlaufen, gehen
meist von hohen Bauwerken oder Berggipfeln aus. Die
Feldstärke ist in der Umgebung dieser Spitzen besonders
hoch, so dass ein Leitblitz nach oben ausgelöst werden kann.
Vielfältige Entladungen finden innerhalb der Wolke statt und
werden durch das Aufleuchten ganzer Wolkenbereiche sichtbar. Ein
Teil dieser Entladungen kann in einen Erdblitz
übergehen.
Temperatur
Temperatur ist ein wesentlicher Faktor für die Bildung
von Gewittern. Jedoch ist nicht nur die absolute Temperatur am
Boden für Gewitter verantwortlich. Vielmehr ausschlaggebend
für die Luftmassenbewegung nach oben ist der
Temperaturunterschied zwischen den unteren und den oberen
Luftschichten in 5-8 km Höhe. Wenn die Temperatur mit
zunehmender Höhe mehr als 0,6° C pro 100 Meter abnimmt
(feuchtadiabatischer Temperaturgradient), sind unabhängig
von der Jahreszeit Gewitter möglich. Sind die
Voraussetzungen für diesen Temperaturgradienten gegeben und
liegt die Temperatur in 5 km Höhe unter -40° C, kann es
auch bei Bodentemperaturen von -10° C blitzen und donnern.
Jedoch sind solch tiefe Temperaturen in diesen Höhen eher
selten und Wintergewitter bleiben die Ausnahme. Im Sommer liegen
die Temperaturen in 5 km Höhe im Mittel bei -15° C.
Für die Gewitterentwicklung müssen dementsprechend am
Boden 15° C bis 20° C vorliegen. Neben dem
Temperaturunterschied gibt es noch eine Reihe weiterer,
jahreszeitenunabhängiger Faktoren, die zur
Gewitterentstehung beitragen.
Gewitterwolken
Gewitterwolken entstehen durch starke
Aufwärtsströmungen der Teilchen innerhalb einer Wolke,
die bis zu 100 km/h erreichen können. Ideale Voraussetzungen
für derartige starke Vertikalbewegungen liegen vorwiegend im
Sommer vor. Dann ist der Boden und die bodennahe Luft stark
aufgewärmt und die Luftmassen steigen von selbst in die
Höhe. So bilden sich Quellwolken, die immer
größer werden und sich schließlich zu
Gewitterwolken entwickeln.
Vielfach bis an die Obergrenze der Troposphäre in rund
neun Kilometern Höhe reichen Gewitterwolken. Innerhalb
dieser Wolken, die hier nur noch aus Eiskristallen bestehen,
werden die Teilchen durch starke Auf- und Abwinde durch die Wolke
gewirbelt. Selbst größere Eispartikel können
wiederholt nach oben in kältere Bereiche transportiert
werden und sich zu schweren Hagelkörnern entwickeln. Bei
diesen Wirbelungen prallen die Wolkenteilchen aufeinander und
werden elektrisch geladen. Die kleinen und leichteren, meist
positiv geladenen Teilchen sammeln sich im oberen Teil der Wolke
an, die schweren negativ geladenen Partikel im unteren Teil. So
entsteht ein elektrisch geladenes Feld innerhalb der Wolke . Auch
zwischen Wolke und Erde baut sich ein Spannungsfeld von einigen
hundert Millionen Volt auf, das sich schließlich mit einem
gewaltigen und "blitzschnellen" Kurzschluss entlädt.
Gewitterarten
Gewitter entstehen durch Konvektionsbewegungen, die an hoch
reichende feuchtlabile Schichtungen gebunden sind. Diese
können unterschiedliche Ursachen haben, die eine Einteilung
in folgende Gewitterarten erlauben:
|  |  | Luftmassengewitter: Durch starke Sonneneinstrahlung wird im
Sommer die bodennahe, feuchtigkeitsgesättigte Luft erhitzt
und steigt in kältere Höhen auf. Die ausgeprägte
Konvektion ruft Wärmegewitter hervor. Infolge der
Temperaturverteilung entstehen diese Gewitter vor allem am
Nachmittag über Land. Über dem Meer löst die
Konvektion hauptsächlich während der Nacht Gewitter
aus. |  | Frontgewitter: Sie treten in geringerer Abhängigkeit von
der Jahreszeit vor allem bei heranrückenden Kaltfronten auf,
gelegentlich aber auch an Warmfronten. An Kaltfronten schiebt
sich die Kaltluft unter die leichtere Luft des Warmsektors. Die
Labilisierung der Schichtung führt zu einer hoch reichenden
Konvektionsbewölkung (Cumulonimben). Obwohl Frontgewitter
nicht an eine bestimmte Tageszeit gebunden sind, treten sie
vorwiegend am Nachmittag auf, da sie hier mit den oben
geschilderten Konvektionsbewegungen zusammenwirken. Im Gegensatz
zu den Wärmegewittern kündigen Frontgewitter oft einen
deutlichen Wetterwechsel an, da sie an der Grenze von
unterschiedlichen Luftmassen auftreten. Warmfrontgewitter werden
durch das Aufgleiten von wärmeren Luftschichten auf Kaltluft
verursacht. |  | Orographische Gewitter: Im Gegensatz zu den Frontgewittern
werden bei orographischen Gewittern feuchtwarme Luftmassen an
Gebirgshindernissen gehoben und labilisiert. |
Räumliche und jahreszeitliche Verteilung von
Gewittern
Gewitter treten über das ganze Jahr verteilt auf, am
häufigsten und intensivsten jedoch zwischen Ende April und
Ende Oktober. Die jahreszeitliche Verteilung umfasst sieben
abgrenzbare Phasen:
|  |  | Januar bis Anfang März: Wintergewitter, vor allem
über der Nordsee und den Inseln im Mittelmeer |  | Ende März bis April: Rückseitengewitter,
Gewitterschauer, sekundäre Kaltfronten über West- und
Mitteleuropa |  | Mai bis Mitte Juni: Monate mit häufig sehr heftigen
Gewittern über dem gesamten West - und Mitteleuropa. Die
Luft ist in der Höhe noch sehr kalt und am Boden warm. |  | Ende Juni bis Mitte August: Zahlreiche Konvektionsgewitter
über den Gebirgsmassiven und den Gebieten mit
Kontinentalklima. Gewitteraktive, stark elektrisch geladene
Fronten für Wärmegewitter durchziehen ganz Europa. Nur
die Mittelmeerküste bleibt mehr oder weniger
geschützt |  | Zweite Augusthälfte: Zahlreiche heftige Gewitter. Sehr
aktive Fronten, insbesondere über den Alpen, den Apenninen,
dem Zentralmassiv und den Pyrenäen |  | September bis Oktober: Im September nimmt die Zahl der
Gewittertage ab. Ausnahme hiervon ist das Zentralmassiv, wo eine
deutliche Steigerung der Gewitteraktivität mit heftigen
Niederschlägen zu verzeichnen ist. Starke Gewitter auch
über Spanien und vor allem über Italien |  | November bis Dezember: Gewitterhäufung über dem
Mittelmeerraum. Insgesamt lässt sich eine Verlagerung der
Gewitter von Nordwesteuropa im Frühjahr nach
Südosteuropa im Herbst erkennen. Korsika wird das ganze Jahr
von Gewittern heimgesucht. |
Wie entsteht ein Schaden durch Gewitter?
Direkter Blitzschlag oder Überspannung können
Personen- oder Sachschäden verursachen. Betroffen sind in
erster Linie Kommunikations- oder Audio/Video-Einrichtungen,
Heizungsregelungstechnik oder
Telekommunikationseinrichtungen.
EWC-Dienstleistungen zu Gewitter
EWC bietet neben Auskünften und Gutachten
bei Blitz und Überspannung auch Standortanalysen und Risikoanalysen
Mit diesen Datenservices und Risikoanalysen
ermöglichen wir Ihnen einen zuverlässigen
Rundum-Service zu Gewitter- und Blitzaktivitäten. Ihr
Schadenproblem durch dieses Wetterphänomen ist unsere
Aufgabe. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne
unter zur Verfügung! Fragen Sie uns an.
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