| Glätte
Was ist Glätte?
Niederschlag kann zu Glätte führen. Dabei bestimmt
die Temperatur zwischen Wolkenuntergrenze und Erdoberfläche,
in welcher Form der Niederschlag fällt, also als Schnee,
Glatteisregen oder Hagel. Auch die Temperatur der
Bodenoberfläche ist ein weiterer maßgeblicher Faktor.
Frost allein reicht für Glättebildung nicht aus. Bleibt
der Boden bei Temperaturen unter 0 Grad Celcius trocken, kann
keine Glätte entstehen. Nur die Verbindung von Kälte
mit Feuchtigkeit durch z. B. Regen, Schnee, Hagel, Eisregen,
Nebel, Schmelzwasser und Tau oder durch Kondensation kann es zu
Glätte kommen.
Man unterscheidet vier Glättearten:
|  |  | Glätte durch Schnee |  | Reifglätte |  | Gefrierende Nässe |  | Glatteis durch Eisregen |
Wie entsteht Glätte?
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal bei der Glätte ist
ihre Entstehungsart. Bei Eisglätte bildet sich die
Glätte ohne Niederschlag. Beispielsweise verwandelt
nächtlicher Frost das Wasser nach dem Regen auf den noch
feuchten Straßen zu Eis. In diesem Fall spricht man auch
von "überfrierender Nässe". Auch geschmolzener Schnee
kann für Eisglätte verantwortlich sein, wenn er nachts
auf den Straßen wieder anfriert. Eisglätte tritt in
der Regel nur lokal auf.
Ebenfalls ein lokales Glättephänomen ist die
Reifglätte. Auch sie tritt unter normalen Umständen bei
trockenem, häufig auch klarem Wetter auf. Wenn die unteren
Luftschichten feucht sind und die Temperatur unter den
Gefrierpunkt sinkt, setzt sich die Luftfeuchte, so wie im Sommer
der Tau, auf der Erdoberfläche und auf Gegenständen ab
und gefriert. Reifglätte kommt häufig auf Brücken
vor, weil es hier in der Nacht am stärksten auskühlt.
Im Herbst ist Reifglätte zusammen mit überfrierender
Nässe häufig die erste verkehrsbehindernde
Glätteerscheinung.
Viel seltener, aber weitaus durchgreifender, tritt das echte,
klassische Glatteis durch Niederschlag auf. Sie entsteht, wenn
sich warme Luftmassen über kalte Frostluft schieben. Aus der
warmen Luft regnet es nach unten in die kältere Luft hinein.
Glatteis entsteht dann auf zwei leicht unterschiedlichen Arten.
Gefrieren die Regentropfen noch im Niederfallen, so entstehen
Eiskörner. Gefrieren die Regentropfen erst beim Auftreffen
auf den frostigen Erdboden, so entsteht das echte, durchsichtige
klare Glatteis, das Autos kaum noch Halt bietet und häufig
zu Verkehrschaos führt.
Schneeglätte entsteht, wenn gefallener oder zusammen
geschobener Schnee festgetreten oder festgefahren und so zu einem
glatten Belag wird. Auch Schneeglätte kann weit verbreitet
auftreten.
Richtlinien bei Glätte
Ob Niederschlag als Schnee, Schneeregen oder Glatteisregen
fällt, hängt maßgeblich von der vertikalen
Temperaturschichtung ab. Mit Hilfe von Radiosondenaufstiegen kann
der Meteorologe die genaue Temperaturverteilung in der Höhe
verfolgen und beurteilen.
Die Taupunkttemperatur ist ein Maß für den
Feuchtgehalt der Luft. Der Taupunkt gibt den Wert der
Lufttemperatur an, bis zu der sie sich abkühlen muss, damit
sie vollständig gesättigt ist. Je kühler die Luft
ist, um so weniger Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Das
heißt, wenn die Taupunkttemperatur erreicht wird,
fällt Feuchtigkeit in Form von Nebel oder Wasserablagerung
auf Oberflächen aus (Kondensation).
Der Taupunkt ist beim Entstehen von Glätte sehr wichtig,
um zu bestimmen, wann sich durch Kondensation Feuchtigkeit auf
der Straßenoberfläche niederschlägt. Der
Kondensationsprozess beginnt dann, wenn die
Straßenoberflächentemperatur unter die
Taupunkttemperatur sinkt.
Allgemein tritt Kondensation auf Straßen unter folgenden
Bedingungen auf:
|  |  | Während einer klaren und windstillen Nacht, wenn die
Straßenoberflächentemperatur durch Ausstrahlung unter
den Taupunkt sinkt (vor allem bei Brücken) |  | Nach einer kalten Periode (niedrige Boden- und
Straßenoberflächentemperaturen) wird milde und feuchte
Luft herangeführt, wodurch der Taupunkt schnell ansteigt und
die Straßenoberflächentemperatur noch unter dem
Taupunkt bleibt. |
Wie entsteht ein Schaden durch Glätte?
Gefahrprognosen für Glätte sind sehr vage und
schwierig herauszugeben, da es sich häufig um
kleinsträumig auftretende Phänomene während eines
nur kurzen Zeitraums handelt. Glätte durch Schnee ist
beispielsweise für den Autofahrer häufig ersichtlich.
Die unvorhersehbare Reifglätte hingegen entsteht besonders
an exponierten Stellen wie Brücken, auf ausgekühlten
Abschnitten wie Waldstraßen und in der Nähe von
Feuchtgebieten. Nicht zu unterschätzen ist auch der
Eisregen. Hier treffen unterkühlte Wassertropfen oder
Eiskörner auf den gefrorenen Boden auf und bilden sehr
schnell eine blanke Eisfläche. Graupel- oder Hagelschauer,
die als festgefahrene Schicht auf der Straße liegen
bleiben, können selbst bei Temperaturen über 0 Grad
Celcius zu einer ungewollten und unerwarteten Rutschpartie
führen und auch bei Sommergewittern lebensgefährliche
Unfälle verursachen.
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