Schnee

 Was ist Schnee?

Schnee ist die feste Form von Wasser und Niederschlag aus einzelnen oder aneinander haftenden Eiskristallen, den Schneeflocken.

 Wie entsteht Schnee?

Sind die Temperaturen in einer Wolke genügend tief, bilden sich Schneekristalle. Haben sie eine bestimmte Größe und Schwere erreicht, beginnen sie zu fallen und durchqueren dabei Luftschichten mit anderen physikalische Eigenschaften, also anderen Temperaturen und anderer Feuchte. Schneekristalle sind daher bereits beim Fallen einer Metamorphose unterworfen. Für die Entstehung von Schneekristallen lagern sich unterkühlte Wolkentröpfchen an Gefrierkernen an. Es bildet sich eine hexagonale Struktur mit, die je nach Wolkentemperatur, Nadeln, Dendriten, Plättchen oder Säulen. Darüber hinaus ist die Form der Kristalle auch abhängig von der Sättigung der Wolke durch Wasserdampf.

Einzelne Schneesterne haben einen Durchmesser zwischen 1-5 mm, Schneeflocken erreichen die Größe von 1-3 cm. Die Form der Eiskristalle hängt von der Temperatur ab, bei der sie gebildet werden. Sie ist dafür verantwortlich, dass kein Schneestern einem anderen gleicht.

TemperaturbereichForm
0 bis -3 °Cdünne hexagonale Platten
-3 bis -5 °CNadeln
-5 bis -8 °CPrismen mit Höhlungen
-8 bis -12 °Chexagonale Platten
-12 bis -16 °Cdendritische Kristalle
-16 bis -25 °CPlatten
-25 bis -50 °CPrismen mit Höhlungen



Schnee tritt in unterschiedlicher Form auf:

Schneeschauer: Der Schneeschauer hängt mit Konvektionswolken zusammen, also einer labil geschichteten Atmosphäre.
Schneefall: Der Schneefall ereignet sich nach einer langsamen Hebung der Luft. Sind diese Aufgleitprozesse der Luftmassen sehr großräumig, kommt es zu lang andauernden Schneefällen.
Reifgraupel: Reifgraupel ist ein Niederschlag aus undurchsichtigen, weißen Eiskörnern. Sie sind von einem kugel- oder kegelförmigen Aussehen und haben einen Durchmesser von 2 bis 5 mm. Reifgraupel tritt bei Temperaturen in Bodennähe um 0 Grad auf. Er fällt meist schauerartig und vermischt mit Regen und oder Schnee. Die Entstehung von Reifgraupel geht auf Schneesterne zurück, an die unterkühlte Wassertröpfchen anfrieren oder direkt Wasserdampf sublimiert.
Schneegriesel: Schneegriesel ist Niederschlag mit undurchsichtigen, kleinen, weißen Eiskörnchen mit einem raureifartigen Überzug. Sie sind länglich oder abgeplattet und haben einen Durchmesser von weniger als 1 mm. Schneegriesel entsteht bei Temperaturen unter 0 Grad Celsius und fällt aus Stratusbewölkung oder Nebel und nie schauerartig. Die Niederschlagsmenge ist meist gering.
Eiskörner: Eiskörner sind mehr oder minder durchsichtige Eiskügelchen. Sie sind rund, in seltenen Fällen auch kegelförmig mit einem Durchmesser kleiner als 5 mm. Sie entstehen bei Temperaturen um 0 Grad Celcius. Eiskörner sind gefrorene Regentropfen oder Schneeflocken, die zuerst fast geschmolzen und dann wieder gefroren sind. Meist geschieht das Wiedergefrieren in den untersten Schichten der Luft, wenn sich z. B. ein Kaltluftsee am Boden gebildet hat.
Frostgraupel: Frostgraupel besteht aus durchscheinenden, runden oder unregelmäßigen und schwer zusammendrückbaren Eisbällchen. Sie haben meist einen weißen, trüben Kern, um den sich eine dünne klare Eisschicht lagert. Ihr Durchmesser beträgt zwischen 1 bis 5 mm. Frostgraupel fällt bei Temperaturen um 0 Grad Celsius und ist oft schauerartig vermischt mit Regen. Frostgraupel bildet sich aus Reifgraupel oder Schneegriesel, an den sich unterkühlte Tröpfchen beim Fallen durch die Wolke anlagern und somit mit einer dünnen Eisschicht überziehen. Auch teilweise geschmolzene und dann wieder gefrorene Eiskörner sind Frostgraupel.
Eisprismen und Eisnadeln: Nicht verzweigte Eiskristalle in der Form von Nadeln, Säulen oder Plättchen nennt man Eirprismen oder -nadeln. Sie sind oft so klein, dass sie in der Luft zu schweben scheinen. Zu Niederschlag aus Eisprismen oder Eisnadeln kommt es bei strenger Kälte (bei Temperaturen unter -15 Grad Celcius). Sie können aus einer stratiformen Wolke oder auch aus klaren Himmel fallen. Bei klarem Himmel haben sie sich direkt aus der Sublimation des Wasserdampfes gebildet.

 Schneearten

Kriterien, anhand deren man den Schnee einteilen kann, sind:

Alter:

Neuschnee: Neuschnee ist frisch gefallener Schnee. Die Eiskristalle sind noch fein verzweigt mit spitzen Zacken.
Altschnee : Altschnee liegt bereits seit mindestens drei Tagen und die Kristalle sind nun weniger stark verästelt und abgerundeter.
Harsch: Harsch ist Altschnee, der durch Schmelzen und Gefrieren an der Oberfläche zu einer festen, gefrorenen Schicht geworden ist.
Firn: Firn ist mindestens ein Jahr alt und seine Dichte ist höher (über 0,6 g/cm³). Die feinen Eiskristalle sind durch wiederholtes Auftauen und Gefrieren zu größeren Eisbrocken verschmolzen. Aus Firnschnee können sich im Laufe der Zeit Gletscher entwickeln.

Feuchtigkeit

Pulverschnee: Pulverschnee ist trockener Schnee, der auch unter Druck nicht zusammenklebt.
Feuchtschnee : Feuchtschnee klebt unter Druck zusammen (Schneeball), es lässt sich jedoch kein Wasser herauspressen.
Nassschnee: Nassschnee klebt zusammen, Wasser lässt sich herauspressen.
Faulschnee: Faulschnee ist ein Gemisch aus Wasser und größeren Schneebrocken, die nicht mehr gut zusammenhalten.

 Richtlinien zum Schnee

Neuschnee hat eine Dichte von etwa 100 kg/m³, Nassschnee eine Dichte von etwa 500 kg/m³. 1 mm Niederschlag entspricht etwa 1 cm Neuschnee.

 Wie entsteht ein Schaden durch Schnee?

Schäden beispielsweise an Autos und Häusern können durch eine gefrorene Altschneedecke oder bei Neuschnee durch die damit verbundene Glätte entstehen. Zahlreiche witterungsbedingte Verkehrsunfälle treten in den Wintermonaten durch Schnee und Glätte auf. Auch Dachlawinen oder abrutschende Schneemassen sind bei Tauwetter häufig für Sachschäden verantwortlich.

 EWC-Dienstleistungen zu Schnee

EWC bietet neben Auskünften und Gutachten für Schnee auch Analysen und Recherchen zu

Niederschlagsmengen
Pegelstand- und Abflussmengen
Niederschlagszeitreihen historischen Pegelständen
10-Jahres-Vergleichswerte
Jährlichkeiten
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